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Veröffentlicht von Redaktion "Frankfurter Tagesdienst" am 13.10.2010

Die amerikanische Notenbank ist wild entschlossen, den Wirtschaftskreislauf mit weiteren Dollar zu fluten

Die amerikanische Notenbank ist wild entschlossen, den Wirtschaftskreislauf mit weiteren Dollar zu fluten

Angesichts der kolportierten Summen - 500 Milliarden Dollar sind derzeit aufgerufen - muss man sich fragen, ob die Fed der konjunkturellen Entwicklung nicht zumindest mittel- und langfristig einen Bärendienst erweist.

Die bisherigen Stützungsmaßnahmen haben die gewünschte Wirkung nur bedingt entfaltet. Bis zum Frühjahr dieses Jahres wurden Staatsanleihen, Papiere von Hypothekenbanken und hypothekenbesicherte Wertpapiere mit einem Gegenwert von rund 1,7 Billionen Dollar aufgekauft. Laut dem Fed-Sitzungsprotokoll vom 21. September, das gestern öffentlich gemacht wurde, steht eine Fortsetzung der als „quantitative easing“ bezeichneten Stützungskäufe unmittelbar bevor. Der Effekt, den die Fed mit ihrer ausgesprochen lockeren Geldpolitik erreicht hat, ist zumindest im Hinblick auf die Entwicklung der US-Wirtschaft überschaubar. Ein Großteil des Kapitals hat den Weg in das Ausland gefunden, die amerikanische Wirtschaft hat hingegen kaum profitiert. Das Ergebnis der Geldschwemme lässt sich in Form einer Blasenbildung an den Rohstoffmärkten und den Aktienmärkten in Schwellenländern sowie einer Verzerrung der Devisennotierungen ablesen. Der Dollar befindet sich nach ei- ner kurzen Konsolidierungsphase wieder im Sturzflug. Eine weitere Abwertungswelle ist absehbar. Nach unserer Einschätzung stehen die Risiken inzwischen nicht mehr in einem vertretbaren Verhältnis zu den Risiken, welche die Fed-Geldpolitik mit sich bringt. Längst sind auch nicht mehr alle Fed-Mitglieder von der heilbringenden Wirkung des quantitative easing überzeugt. Es bleibt zu hoffen, dass die kritischen Stimmen bald die Oberhand gewinnen. Für den 3. November ist die entscheidende Sitzung anberaumt.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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