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Veröffentlicht von M.G. Börsen-Service am 20.07.2012

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 20.07.2012:

Börsenbrief Cleverselect Investments
Cleverselect Investments

M.G. Börsen-Service - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit August 2008

Deutsche Bank – Gewinnwarnung

Die Deutsche Bank musste am Dienstag eine Gewinnwarnung herausgeben. Das Ziel - ein Nettogewinn von 4 Mrd. € - werde die Bank im Jahr 2012 nicht mehr erreichen. Für das zweite Quartal lagen die Gewinnerwartungen bei 1 Mrd. € - tatsächlich wurden es aber nur 700 Mio. €. Im Vorjahreszeitraum lag der Gewinn noch bei 1,20 Mrd. €.

Die Erlöse lagen mit 8 Mrd. € ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 8,50 Mrd. €.

Die deutsche Bank wird aktuell mit 21 Mrd. € an der Börse bewertet. Der Jahresgewinn müsste zwischen 2,50 und 3 Mrd. € liegen. Daraus resultiert ein KGV zwischen 7,33 und 8,80.Inwieweit die Bank direkt bzw. indirekt in Südeuropa investiert ist, lässt sich nicht konkret überprüfen, da derartige Posten nur verschlüsselt in der Bilanz auftauchen.

Testet die Aktie erfolgreich ihre Jahrestief im Bereich zwischen 21,50 und 22 €, dann ist eine Absicherung per SL nicht mehr so teuer und man kann spekulativ eine kleine Position aufbauen.
In dieser Börsenphase sollte man die Finanzbranche generell Untergewichten.

BASF SE - schlägt Erwartungen

Die BASF SE konnte mit den jüngsten Quartalszahlen die Markterwartungen leicht übertreffen.
Dennoch warnte BASF-Chef Kurt Bock: "Die Unsicherheiten haben in den vergangenen Monaten ganz dramatisch zugenommen", so Bock im Interview.
Der scheinbar grenzenlose Optimismus, mit dem Herr Bock noch zu Jahresanfang die Branche überrascht hatte, ist verflogen. In den Industriebereichen sind die Bremsspuren schon deutlich sichtbar.
Im zweiten Halbjahr will das Unternehmen auf starke Geschäfte der Öl- und Gassparte sowie eine kräftige Nachfrage nach Agrarchemikalien setzen.
Im zweiten Quartal konnte der Umsatz um 6% auf 19,50 Mrd. € gesteigert werden. Das EBIT stieg um 11% auf 2,50 Mrd. € und lag minimal über den Erwartungen (2,45 Mrd. € )

Nach diesen Quartalszahlen bestätigte Bock zwar die Jahresziele (Umsatz über 73,50 Mrd., EBIT über 8,40 Mrd. €) , aber verwies auf etliche Risiken.
"Unsere Kunden agieren weiterhin vorsichtig und reduzieren ihre Lagerbestände", erklärte Bock. Dabei setzten sie auf sinkende Preise als Folge rückläufiger Rohstoffkosten.
Wie schon im ersten Quartal sanken die Umsätze in Asien. Im wichtigen Großstandort Nanjing in China, den das Unternehmen zusammen mit seinem chinesischen Partner Sinopec betreibt, schrumpften die Ergebnisse weiter. BASF wurde von der dortigen Wachstumsabschwächung überrascht. "Derzeit ist nicht absehbar, wie schnell das Geschäft in Asien wieder an Fahrt gewinnen wird."
Das im November 2011 angekündigtes Sparprogramm, welches ab 2015 jährlich eine Mrd. € zum Ergebnis beitragen soll, will er beschleunigen.
Die Dividende soll leicht über dem Vorjahresniveau liegen (2,50 € je Aktie).
BASF wird aktuell mit 52 Mrd. € an der Börse bewertet. Der Jahresgewinn lag 2011 bei 6,19 Mrd. €. Herr Bock bestätigte zwar die Jahresziele, aber richtig daran glauben tut er anscheinend selbst nicht. Wir sind vorsichtig und kalkulieren mit einem Jahresgewinn von 5 Mrd. €. Daraus resultiert ein KGV von 10,40.

Die BASF SE gehört mit Sicherheit zu einem der solidesten Unternehmen im Dax und ist wegen ihrer breiten Aufstellung im Vergleich zu anderen Dax-Werten relativ sicher.
Sobald wir im Aktienbereich wieder aktiv werden, ist diese Aktie mit Sicherheit wieder dabei.

Daimler AG – Quartalszahlen

Die Daimler AG präsentierte am Mittwoch ihre Quartalszahlen.
Die Jahresziele wurden trotz eines Gewinneinbruchs aufrechterhalten.
Wie im Rekordjahr 2011 soll das EBIT rund 9 Mrd. € betragen, so Daimler-Chef Dieter Zetsche .
Gleichzeitig betonte er, dass die zweite Jahreshälfte wegen der sich zuspitzenden Staatsschuldenkrise kurvenreicher werden könnte: Die Risiken nähmen "eher noch zu statt ab", so Zetsche.
Für eine Gewinnwarnung gebe es trotz des herausfordernden Ergebnisziels derzeit keinen Anlass, so Zetsche. Das Unternehmen sei weiterhin "sehr profitabel" unterwegs und steuere mit der Ertragsperle Mercedes-Benz Pkw in diesem Jahr einem weiteren Absatzrekord entgegen.

Der Umsatz konnte im zweiten Quartal um 10% auf 28,90 Mrd. € gesteigert werden. Der Absatz legte um 8% auf 570.300 Fahrzeuge zu. Das EBIT (Gewinn vor Steuer, Zinsen und Abschreibungen) sank trotz Umsatzsteigerung um 13% auf 2,20 Mrd. €. Dies lag dennoch über den Markterwartungen.
Höhere Rabatte und gestiegenen Personalkosten sowie die deutlich gestiegenen Kosten für den Ausbau des weltweiten Produktionsnetzes trugen in erster Linie zum Gewinnrückgang bei. Nach Zetsches Angaben werden sich die Investitionen in den nächsten Jahren auszahlen.
Daimler will dann mit vielen neuen Pkw-Modellen seiner margenstarken Kernmarke Mercedes-Benz-Cars die Oberklasse-Konkurrenz von Audi und BMW bei den Verkaufszahlen wieder hinter sich.
Zetsche will den Vertrieb in China nun effektiver machen. Bei der bisher gemeinsam mit einem chinesischen Partner geführten Importgesellschaft, die Mercedes- und Smart-Fahrzeuge aus Europa und den USA nach China einführt, sicherten sich Daimler mit 75 % der Anteile, um mehr Mitsprache durchzusetzen. "China ist einer der wichtigsten Märkte weltweit, wenn nicht der wichtigste", so Zetsche.

Die Daimler-Aktie konnte nach den Zahlen die Widerstandszone zwischen 35 und 36,90 € durchbrechen, siehe Chart. Der nächste relevante Widerstand liegt im Bereich der 45 Euro-Marke, siehe Chart. Sobald wir wieder Longpositionen aufbauen, werden wir unsere Position wieder ausbauen.
Das Unternehmen wird inzwischen nur noch mit 41,00 Mrd. € bewertet. Selbst, wenn sich der Nettogewinn in diesem Jahr von 6 auf 3 Mrd. € halbieren würde, liegt das KGV immer noch bei akzeptablen 13,66.
Spitzt sich die Krise weiter zu, dann wird auch die Daimler-Aktie wieder unter 30 € fallen. Solange noch nicht klar ist wie es in Europa weiter geht halten wir uns generell im Aktienbereich weiter zurück, auch wenn das Unternehmen schon sehr fair bewertet ist.

Quartalszahlen vom 23.04.12

Sei es Umsatz oder Gewinn – mit den heutigen Quartalszahlen konnte auch Daimler die Markterwartungen schlagen – für weitere Kursgewinne reichte dies allerdings nicht.
Das EBIT konnte um 5% auf 2,13 Mrd. € gesteigert werden. Der Umsatz legte um 9% auf 27,01 Mrd. € zu.
Die Kernsparte Mercedes-Benz-cars lieferte im ersten Quartal 338.300 Fahrzeuge aus, was einer Steigerung von 9% entspricht.
In der LKW-Sparte konnte der Absatz um 20% auf 107.700 Fahrzeuge gesteigert werden.
Auch der Ausblick wurde bestätigt: Im laufenden Jahr soll das EBIT nach Sondereinflüssen wieder über 9 Mrd. € betragen.
Liegt der Nettogewinn in diesem Jahr wieder bei 6 Mrd. €, dann beträgt das KGV bei der aktuellen Marktkapitalisierung von 44,80 Mrd. € 7,46, was einer sehr fairen Bewertung entspricht. Für das Unternehmen wurde auch schon ein KGV von 25 bezahlt.
Die Aktie kämpft mit der Unterstützung der 40 Euro-Marke. Diese Unterstützung hat mehr psychologischen als technischen Charakter. Im Bereich zwischen 35 und 37 liegt eine solide Unterstützung.
Verliert Sarkozy am 06.05.12, dann ist die Wahrscheinlich sehr hoch, dass die Unterstützung in diesem Bereich zumindest getestet wird, was wir zum Kauf nutzen werden.

Jahreszahlen 2011 vom 06.02.12

Die Daimler AG präsentierte gestern seine Jahreszahlen – 2011 war das Beste Jahr der Unternehmensgeschichte!
2011 lag der Nettogewinn bei sehr stolzen 6 Mrd. €. 2010 lag der Nettogewinn noch bei „nur“ 4,70 Mrd. €. Der Gewinn konnte somit gegenüber dem Vorjahr um 26,90% gesteigert werden. Der Umsatz lag bei 106,50 Mrd. €, was einer Steigerung von 8,89% gegenüber dem Vorjahreswert (97,80 Mrd. €) entspricht.
2011 konnten 2,10 Mio. Fahrzeuge ab – dies entsprach einer Steigerung von 11%.
Die Zahlen hätte eigentlich nicht viel besser sein können – alles Rekordwerte.
Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche zeigte sich sehr zufrieden: „Wir hatten uns für 2011 viel vorgenommen, und wir haben es mehr als erreicht", so Zetsche auf der Pressekonferenz.
Zetsche will weiter kräftig in Forschung und Entwicklung investieren. Nachdem 2011 bereits 5,60 Mrd. € in Forschung und Entwicklung investiert wurden, sollen es für 2012 und 2013 insgesamt noch einmal 10,90 Mrd. € investiert werden.
Zetsche unterstrich nochmals sein Ziel ab 2020 mehr Autos abzusetzen als jeder andere Premiumhersteller.

Siemens AG – verfehlt Markterwartungen

Auch der Technologiekonzern Siemens leidet unter der EU-Schuldenkrise. Die jüngsten Quartalszahlen lagen unter den Erwartungen. Die Auftragseingänge gingen im abgelaufen Quartal um 23% auf 17,90 Mrd. € zurück. Auch für das nächste Quartal rechnet Siemens nicht mehr damit, dass die Auftragseingänge über den Umsätzen liegen.
Im abgelaufenen Quartal konnte das Unternehmen noch Wachstumsraten aufweisen. Dank positiver Währungseffekte konnte der Umsatz um 10% auf 19,50 Mrd. € gesteigert werden.
Das EBIT konnte zwar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 1,14 auf 1,80 Mrd. € gesteigert werden, aber dies ist auf eine Sonderbelastung im Vorjahreszeitraum von rund 1 Mrd. € zurückzuführen. Netto blieben nur 850 Mio. € über.

Für das Gesamtjahr strebt das Unternehmen weiterhin ein Umsatzplus zwischen 3 und 5 % an. Auch das Gewinnziel zwischen 5,2 und 5,4 Mrd. € wurde bekräftigt. Angesichts des verschlechterten Umfelds sei es allerdings schwieriger, die Prognose zu erreichen. "Die Abwärtsbewegung der Weltwirtschaft hat in den vergangenen Monaten zugenommen. Wir spüren eine zunehmende Investitionszurückhaltung bei unseren Kunden und einen stärkeren konjunkturellen Gegenwind, vor allem in den industriellen kurzzyklischen Geschäften", sagte Löscher.
Siemens wird aktuell mit 61 Mrd. € an der Börse bewertet. Ein Gewinn zwischen 5,2 und 5,40 Mrd. € ist unrealistisch. Wir kalkulieren vorsichtshalber mit einem Gewinn zwischen 4,50 und 5 Mrd. €. Daraus resultiert ein KGV zwischen 12,20 und 13,55. Für ein derartig großes Unternehmen ist ein KGV zwischen 12,20 und 13,55 nicht mehr billig. Auch an positiven Tagen wie heute kann die Aktie kaum zulegen.
Für uns momentan nicht interessant.

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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