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Veröffentlicht von Redaktion am 07.04.2015

Bwin Aktie kommt nicht auf die Beine

Bwin Aktie kommt nicht auf die Beine

Das Jahr 2014 verlief für die Bwin.Party Digital Entertainment Plc. nicht gerade erfolgreich. Die negative Entwicklung des Unternehmens macht sich auch an der Börse bemerkbar. Im August erfolgte beim Kurs von 0,96 Cent sogar eine Degradierung zum Pennystock.

Derzeit liegt der Kurs bei 1,13 Euro und bewegt sich bei geringem Handelsvolumen kaum von der Stelle. Bwin gehört in Deutschland zu den größten Anbietern für Fußball Wetten. Analysten sehen den derzeitigen Kurs im Verhältnis zu Eigenkapitalrendite und Kurs­Buchwert als zu hoch an.
 
Übernahmegerüchte halten weiter an
 
Ende Juni 2014 kam es erstmals zu Gerüchten, dass die Deutsche Bank mit einer Auslotung der Verkaufsmöglichkeiten beauftragt worden ist. Seitdem gibt es immer wieder Spekulationen über den Verkauf des gesamten Unternehmens oder einzelner Geschäftsbereiche. Zwischenzeitlich soll sogar der Internetriese Google Interesse gezeigt haben. Im Gespräch war ein Preis von 200 Pence pro Aktie. Der Kurs lag zum damaligen Zeitpunkt bei 113 Pence pro Aktie. Als Grund für das Interesse gelten Anzeichen, dass Online-Gambling in den USA wieder zugelassen wird. Google wollte mit bwin.party auf dem Online-Glücksspielmarkt von New Jersey einsteigen. Dieser soll einen Wert von über 750 Millionen Euro besitzen.
 
Aktuell soll die kanadische Amaya Gaming Group Interesse an der Übernahme von bwin.party zeigen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Montreal und wird an der Börse von Toronto gehandelt. Im Juni 2014 hatte Amaya bereits die Muttergesellschaft von Muttergesellschaft von Pokerstars und Full Tilt Poker zu einem Preis von 4,9 Milliarden US-Dollar übernommen. Damit ist Amaya zum weltweit größten Online-Glücksspiel-Unternehmen aufgestiegen.
 
Gründe für die Probleme bei bwin
 
Für 2015 hat das Unternehmen bereits zwei Gewinnwarnungen herausgegeben. Anfang Januar wurde die Umsatzerwartung auf einen Betrag zwischen 608 und 612 Millionen Euro gesenkt. Anleger rechneten zu diesem Zeitpunkt noch mit einem Umsatz zwischen 618 und 630 Millionen Euro. Als Gründe nannte bwin die schwachen Sportwetten Umsätze im Dezember 2014. Ende Januar folgten weitere schlechte Nachrichten. Aufgrund der Einführung einer Steuer auf Online Wetten in mehreren europäischen Ländern muss mit einem weiteren Rückgang des Nettoumsatzes von rund 15 Millionen Euro gerechnet werden.
 
Für die schlechte Unternehmensentwicklung gibt es jedoch noch weitere Gründe. So hat sich die Fußballweltmeisterschaft 2014 im Vergleich zu anderen Sportwettenanbietern weit weniger positiv auf die Umsatzzahlen ausgewirkt. Die Social-Gaming-Sparte win ist weiterhin defizitär und die Versuche eines Verkaufs sind bisher gescheitert. Zwar gab es mehrere Interessenten, mit denen jedoch keine Einigung zustande kam.
 
Kürzlich wurde die Beendigung der Kooperation mit Bayern München bekannt, was ebenfalls auf erhebliche Liquiditätsprobleme schließen lässt. Offiziell wurde der Ausstieg damit begründet, dass die Kosten nicht in Relation zum möglichen Erfolg stehen. Deshalb soll das Marketingbudget künftig anderweitig genutzt werden.
 
Griechenland hat in letzter Zeit zahlreiche Glücksspielseiten blockiert. Darunter befindet sich auch das Angebot von bwin. Neben dem rückläufigen Pokergeschäft war dies der Hauptgrund für die Umsatzeinbußen im Jahr 2014. Alternativen zu bwin.party finden sich unter Onlineautomatenspiele.net.
 
Auch in anderen Bereichen musste bwin.party Umsatzeinbußen hinnehmen. So gingen die Einnahmen durch Poker zwischen dem 1. Quartal 2010 und dem 3. Quartal 2014 von 698.800 auf 190.200 Euro zurück. 

Bildquelle: bwin.party digital entertainment plc

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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