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Veröffentlicht von Redaktion "zertifikate kompakt" am 14.08.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 14.08.2009:

Börsenbrief zertifikate kompakt
zertifikate kompakt

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

BRIC-Ausflug im Express

Die stärksten Börsen 2009 sind alte Bekannte: Das Plus der Viererbande Brasilien, Russland, Indien und China liegt im laufenden Jahr bei durchschnittlich rund 50%. Und auch die zukünftigen Aussichten der BRIC-Staaten sind glänzend. Für die volatile Fahrt auf dem BRIC-Express eignen sich gepufferte Produkte.

Die Aktienkurse rund um den Globus stiegen in den letzten Monaten als hätte es die Krise nie gegeben. Seit Jahresbeginn haben die Indizes von Brasilien (BOVESPA +51%), Russland (MSCI Russia +51%), Indien (Sensex +50%) und China (Hang Seng China Enterprises +52%) eine waschechte Rally hingelegt.


Krise, welche Krise?

Getragen wird der Börsenboom von den hervorragenden Fundamentaldaten. Zwar war die Annahme, dass sich die Schwellenländer nicht von der Krise abkoppeln können, richtig. Was das Ausmaß und die Dauer betraf, lagen Politiker und Ökonomen jedoch völlig falsch. Denn während mit den USA der einstige Motor der Weltwirtschaft noch gewaltig stottert, sind die großen Emerging Markets schon wieder auf Expansionskurs.


Widerstandsfähiger Drache

Nach einem kleinen, krisenbedingten Dämpfer im vergangenen Winter wuchs das chinesische BIP vorübergehend nur noch einstellig. Bereits im 2. Quartal 2009 erreichte die Wachstumsrate jedoch wieder zweistellige Werte. Dementsprechend hat der Internationale Währungsfonds IWF die Erwartungen für das Jahr 2009 im Juli nach oben revidiert und rechnet nunmehr für das Gesamtjahr 2009 mit einem Anstieg von 7,5%. Weil die Konjunkturprogramme so schnell gewirkt haben wie nirgends sonst auf der Welt, drosselt die Regierung in Peking bereits seit Juli die staatlichen Hilfen und hat die Banken angewiesen, die Kreditvergabe zurückzufahren. Dass es im Reich der Mitte wieder richtig rund läuft, lässt sich auch am Rohstoffhunger des Landes ablesen. Die chinesische Nachfrage bewegte zuletzt vor allem die Märkte für Agrarprodukte, Öl und Industriemetalle. Insgesamt gab die Volksrepublik im laufenden Jahr bereits rund 20 Mrd. US-Dollar für Minengesellschaften und Rohstoffvorkommen in aller Welt aus.


Wahlsieg hilft der größten Demokratie zurück in die Spur

Demgegenüber wurde die indische Realwirtschaft deutlich von der Krise in Mitleidenschaft gezogen. Das Wirtschaftswachstum sank auf die niedrigste Rate seit sieben Jahren, und die Industrieproduktion verzeichnete im März sogar den größten Einbruch seit 16 Jahren. Mittlerweile stehen jedoch auch in Indien die Zeichen wieder auf Aufschwung. Ausgelöst wurde der Umschwung durch die Wiederwahl der Kongresspartei. Nachdem die Partei bei den Wahlen im Mai eine deutliche Mehrheit errang, können nun die bislang blockierten Reformen durchgeführt werden. Welche Bedeutung dem Wahlausgang beigemessen wird, zeigt auch die Reaktion der Indien-Experten von Morgan Stanley. Sie hoben ihre Wachstumsprognose nach dem Urnengang bereits für das laufende Jahr von 4,4% auf 5,8% an. Gleichzeitig änderten sie ihre Empfehlung für den indischen Aktienmarkt von „untergewichten“ auf „übergewichten“. Die Börse quittierte den Wahlausgang mit einem Kurssprung von über 17%. Seit Jahresanfang liegt der Sensex damit gut 50% im Plus, trotzdem haben auch die Kurse noch deutlich Luft nach oben: Bis zum Höchststand von 20.873 Punkten, der im Januar 2008 erreicht wurde, fehlen dem indischen Leitindex noch knapp 39%.


Schnäppchenjagd in Russland

Wie sehr der russische Bär zwischenzeitlich von den Rohstoffmärkten abhängt, hat die Entwicklung während der Finanzkrise deutlich gemacht. Obwohl die Krise im Sommer 2008 weltweit schon erhebliche Auswirkungen zeigte, erreichte die Wirtschaftsleistung Russlands zu diesem Zeitpunkt gerade ihren vorläufigen Höhepunkt. Den Aufschub verdankte die russische Wirtschaft ausschließlich dem Ölpreis. Mit dem darauf folgenden dramatischen Einbruch der Ölnotierungen wurde jedoch auch in Russland eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt: Bis zum ersten Quartal 2009 sank das BIP um gigantische 25%, und die Arbeitslosenquote verdoppelte sich in diesem Zeitraum auf 8,3%. Inzwischen konnte der Abwärtstrend bei Investitionen und Frachtumschlag jedoch gestoppt werden, und der Einkaufsmanagerindex des Landes liegt nur noch knapp unter einem expansiven Wert. Neben den Konjunkturpaketen kommt dem Land dabei die Erholung des Ölpreises zugute. Trotz einer zwischenzeitlichen Verdoppelung des Indexstandes notiert der RTS-Index noch immer um rund 60% unter dem alten Rekordwert. Wie schnell sich Russland wieder zu alter Stärke aufschwingen kann, hängt maßgeblich von der Entwicklung der Rohstoffpreise ab. Den Risiken steht eine im Vergleich niedrigere Bewertung des Aktienmarktes gegenüber: Das KGV des MSCI Russia- Index lag Ende Mai 2009 durchschnittlich bei moderaten 6,8.


Brasilien kommt in der Zukunft an

Auch in Brasilien hat die Rezession erst spät eingesetzt und ist eigentlich auch schon wieder vorüber: „Die Krise ist etwas aus der Vergangenheit“, verkündete Präsident Luiz Inácio Lula da Silva kürzlich. Tatsächlich schrumpfte Brasiliens BIP nur im vierten Quartal 2008 und im ersten Quartal 2009. Bereits seit Beginn des zweiten Quartals geht auch die Zahl der Arbeitslosen wieder zurück, und nach Einschätzung zahlreicher Experten, darunter auch Zentralbankpräsident Henrique Meirelles, ist Brasiliens Wirtschaft im zweiten Quartal sogar schon wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Eine aktuelle Studie von JPMorgan Chase kommt daher zu einem sehr positiven Ergebnis: „Brasilien entwickelt sich bereits zum klaren Anführer der Erholung in der Region.“ Angesichts solcher Ergebnisse verwundert es kaum, dass die Börse am Zuckerhut im laufenden Jahr bereits ein Plus von 50% verbuchen kann.


BRIC-Investment mit Puffer

Gerade weil die Börsen Brasiliens, Russlands, Indiens und Chinas bereits sehr gut gelaufen sind, sollten Anleger einen Blick auf gepufferte Zertifikate werfen. Besonders interessant erscheint hier ein neues BRIC-Express-Zertifikat (WKN: MS8FGE) von Morgan Stanley. Anleger können das Papier noch bis 21. August zeichnen, Basiswert ist der S&P BRIC 40 (Euro)-Kursindex. Gelingt es dem Index, an einem von drei Stichtagen sein Ausgangsniveau zu übertreffen, wird das Express-Zertifikat zuzüglich Bonus in Höhe von 15% p.a. sofort zurückbezahlt. Maximal läuft das Papier bis zum 21. August 2013. An diesem letzten Stichtag werden 160% des Nominalkapitals zurückbezahlt, wenn das Startniveau übertroffen wird. Sollte der Index unter diesem Niveau liegen und nicht mehr als 40% verloren haben, wird der Nominalwert zurückgezahlt. Ist das Minus beim Index größer als der Puffer, verwandelt sich das Papier in einen normalen Index-Tracker, und Anleger müssen den Verlust in voller Höhe tragen.


Volatile Börsen machen Express interessant

Um die Chancen und Risiken einordnen zu können, sollten Anleger einen Blick auf die Höchst- und Tiefststände der letzten Jahre werfen. Von seinem Rekordhoch ist der S&P BRIC 40 noch immer gut 57% entfernt, der Abstand zum Tief beträgt 45%. Nachdem die BRIC-Börsen die Übertreibungen nach unten bereits wieder gutgemacht haben, dürfte sich der Anstieg in den kommenden Monaten verlangsamen. Kommt es zu einer ausgeprägten Seitwärtsbewegung, fährt der Anleger mit dem Expresspapier besser: Auch wenn der Index in einem Jahr unverändert notiert, erhält der Investor sein Kapital mit einer Verzinsung von 15% zurück. Sinkt der Index hingegen stark, ist noch nichts verloren – selbst wenn er sich bis August 2013 nur knapp auf einen Stand über dem des Tiefs aus der Finanzkrise bewegen würde, bekäme der Anleger das eingesetzte Kapital zurück. Kommt es hingegen zu einem starken Anstieg, erhalten Anleger ihr Geld bei kurzer Kapitalbindungsdauer gut verzinst zurück.


Fazit

Das neue Express-Zertifikat ist das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt: Die BRIC-Staaten bieten zwar enorme Chancen, doch die Rückschlagsgefahr ist nach der Rally ebenfalls nicht zu unterschätzen. Mit dem Express-Mechanismus können Anleger von der hohen Volatilität der Schwellenländer- Börsen profitieren, ohne allzu große Risiken einzugehen.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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