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Veröffentlicht von Lettertest.de am 07.11.2012

Börsenbriefe hautnah: 15 Fragen an Hannes Huster von Der Goldreport

Börsenbriefe hautnah: 15 Fragen an Hannes Huster von Der Goldreport

In unserer Interview-Reihe „Börsenbriefe hautnah: Verleger im Interview“ stellen wir Redakteuren und Herausgebern von Börsenbriefen 15 Fragen zu ihrem beruflichen und privaten Umwelt und möchten so einen Einblick hinter die Kulissen geben. In diesem Interview Hannes Huster von Der Goldreport.

Wieso und bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee einen Börsenbrief herauszugeben?
Nachdem ich knapp 10 Jahre in der Anlageberatung mit Schwerpunkt Aktien in einer Bank tätig war, wurde mir immer mehr klar, dass man die wirklichen großen Chancen an den Aktienmärkten niemals mit üblichen Informationsquellen wie Research-Studien von Banken präsentiert bekommt. Ich war gelangweilt von Kaufstudien mit einem Kurspotential von einigen Prozentpunkten und den „08-15 Empfehlungen“. Das war der eigentliche Startschuss für den Goldreport.

Wie wichtig ist Ihnen der persönliche Kontakt zu Ihren Lesern?
Der ist mir aus diversen Gründen sehr wichtig. Zum einen hilft er mir, besser auf die Wünsche und Ziel meiner Leser einzugehen und so den Börsendienst zu verbessern. Zum anderen sind die Gespräche ein guter Stimmungsindikator für den Markt. Auch deshalb besuche ich regelmäßig Messen, umso mit meinen Lesern in Kontakt zu treten.

Was für eine Art Trader sind Sie? Wie finden Sie für Ihre Kunden die besten Anlagemöglichkeiten?
In unserem Börsendienst traden wir eigentlich recht wenig. Sicherlich gibt es immer wieder die eine oder andere Tradingchance bzw. Tradingidee, aber grundsätzlich wollen wir mit unseren Investments langfristig an der Wertentwicklung der Unternehmen profitieren. Die Anlagemöglichkeiten werden sehr sorgfältig ausgewählt und neben einer ausführlichen Recherche sind auch Fachmessen im Ausland und unabhängige Meinungen in meinem Netzwerk Pflicht vor jedem Investment.

Was motiviert Sie Tag für Tag? Was bedeutet es Ihnen, einen Börsenbrief zu veröffentlichen?
Geld schläft nie und es ist immer etwas los. Auch aus diesem Grunde gibt es beim Goldreport eine tägliche Ausgabe am Morgen, um die aktuellsten Entwicklungen, Neuigkeiten und Unternehmensmeldungen möglichst zügig zu analysieren und an die Leser weiterzugeben. Die Freude an Erfolgen, die man dann mit den Lesern teilen kann, ist eigentlich die größte Motivation in diesem Geschäft.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie keinen Börsenbrief veröffentlichen würden?
Ich bin Bankfachwirt, kann mir aktuell aber nicht vorstellen, in eine Bank zurückzukehren. Als Selbstständigem schwirren einem immer wieder gute Ideen durch den Kopf, besonders im Bereich Börse.

„Geld schläft nicht“ - Wie verbinden Sie das Berufliche mit dem Privaten?
Grundsätzlich ist es schwierig, diese Bereiche zu trennen und oft sitzt man zu viele Stunden am Computer um sich diverse Unternehmen oder Studien anzusehen. Da die Börse aber seit vielen Jahren auch mein Hobby ist, kann man berufliches und privates ganz gut verbinden.

Wie sieht Ihr Arbeitstag als Börsenbrief-Herausgeber aus?
Er beginnt am frühen Morgen mit der Marktbeobachtung in Australien und endet meist um 22:00 Uhr, also dem Handelsschluss in Nordamerika. Dazwischen bleibt Zeit, um die vielen ankommenden Informationen zu verarbeiten, zu analysieren und die Spreu vom Weizen zu trennen. Über Mangel an Arbeit kann man sich also nie beschweren.

Welche "Megatrends" sehen Sie für die nächsten 5-10 Jahre und welche Geheimtipps können Sie uns hier verraten?
Aufgrund der weltweit lockeren Geldpolitik sehe ich den Bereich der Rohstoffe, allen voran Gold und Silber auch für die nächsten 5 bis 10 Jahre als essentiell an. Wir haben es mit einem globalen Abwertungswettlauf der Weltwährungen zu tun und viele Anleger, die aktuell zum Großteil in Geldwerten investiert sind, werden Tag für Tag ein Stückchen enteignet. Um diesem Dilemma zu entkommen macht es Sinn, sich im Bereich der Sachwerte (Gold, Silber, Aktien, Rohstoffe) zu engagieren.
Ein Dauerbrenner sollte auch die High-Tech-Branche sein. Wer hätte vor einigen Jahren darauf gewettet, dass APPLE das größte Unternehmen der Welt in Sachen Börsenwert sein wird?

Welche Voraussetzungen braucht man um als Trader langfristig erfolgreich zu sein?
Zwar traden wir in unserem Börsendienst sehr wenig, doch das oberste Gebot für Trader ist aus meiner Sicht Disziplin. Nur wer nach seinen eigenen festen Regeln handelt, wird auf die Dauer mit Trading Geld verdienen.

Ein Treffen mit dem Bundesfinanzminister – was wünschen Sie sich für den Finanzplatz Deutschland?
Da hätte ich so einiges auf meinem Zettel stehen. Grundsätzlich befassen sich die wenigsten Sparer oder Anleger mit dem Thema Geldanlage, was ein großes Problem ist. Allerdings fängt dies schon in der Schulzeit an. Wirtschaftliche Zusammenhänge werden zu wenig analysiert und das Thema Geldanlage kommt kaum vor. Dies führt dazu, dass wir in Deutschland weit entfernt von einen wirklichen Aktienkultur sind. Ob die Attraktivität Deutschlands in Sachen Finanzplatz in den nächsten Jahren erhöht wird, wage ich zu bezweifeln.

Ausnahmsweise dürfen Sie mit uns eine Zeitreise unternehmen, in welches Zeitalter reisen Sie?
Wenn man den Großteil des Tages vorm Computer sitzt, Emails bearbeitet, Handy- und Telefonanrufe beantwortet, denn wünsche ich mir eine Zeitreise in die Epoche vor diesen technischen Entwicklungen. Allerdings hoffe ich, es ist ein Rückfahrticket inklusive, denn lange werde ich diese Stille vermutlich nicht aushalten.

Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gerne mal einen Kaffee oder ein Bier trinken?
Mit dem FED-Chef Ben Bernanke. Mich würde wirklich einmal interessieren wie er sein Geld aktuell investiert hat.

Wie verbringen Sie einen schönen freien Tag am Wochenende?
Zunächst mit einem relativ spätem und ausgiebigem Frühstück. Dann raus in die Natur, etwas Sport und den Abend ganz ruhig vor dem Kamin und einem guten Abendessen ausklingen lassen.

Welche Literatur empfehlen Sie Einsteigern und Fortgeschrittenen über die Finanz- und Börsenwelt?
Ich rate sich einmal weg vom Mainstream zu bewegen. Besonders in der aktuellen Zeit macht es Sinn, die Augen zu öffnen und einmal ein Buch zur Österreichischen Schule zu lesen. Vielleicht dämmert es dann dem einen oder anderen, dass etwas nicht stimmen kann.

Welche Börsenweisheit geben Sie unseren Lesern mit auf den Weg?
Die Masse der Anleger liegt meistens falsch!


Zur Person:
Hannes Huster, Bankfachwirt. Nach 10 jähriger Tätigkeit in der Vermögensanlage und dem Wertpapierhandel betreibt Hannes Huster seit 2006 den Börsendienst DER GOLDREPORT.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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