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Veröffentlicht von Weimer Media Group GmbH am 29.07.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 29.07.2011:

Börsenbrief zertifikate kompakt
zertifikate kompakt

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

Besser als der Index!

Besser zu sein als die jeweilige Benchmark – dieses Ziel erreichen nur die wenigsten Fondsmanager, geschweige denn privaten Investoren. Herkömmliche Index-Zertifikate oder ETFs ermöglichen aufgrund der geringen Verwaltungsgebühren immerhin eine annähernd gleiche Entwicklung wie der jeweilige Basiswert. Doch mit den Kupon- Zertifikaten hat die RBS eine neue Produktkategorie entwickelt, mit der es Anleger schaffen, die Benchmark zu schlagen, ohne dafür höhere Risiken eingehen zu müssen.

 

Mehrere statistische Untersuchungen kamen in der Vergangenheit immer wieder zu dem Ergebnis, dass es gut 80% der Fondsmanager nicht gelingt, mit aktivem Management eine dauerhafte Outperformance gegenüber ihrer jeweiligen Benchmark zu erzielen. Vergleichsweise hohe Gebühren und Ausgabeaufschläge mindern den Ertrag für den privaten Anleger zusätzlich. Dies erklärt, warum sich passive und zugleich kostengünstige Anlageinstrumente wie Index-Zertifikate und ETFs großer Beliebtheit erfreuen, schließlich bieten sie aufgrund der Kostenreduktion oftmals ein besseres Chance/Risiko-Profil.

Eine neue Generation von Zertifikaten

Mit ihrer neuesten Produktentwicklung, den Kupon-Zertifikaten, geht die Royal Bank of Scotland (RBS) noch einen Schritt weiter und ermöglicht nicht nur die Partizipation an der Wertentwicklung des jeweiligen Basiswerts. Sie erweitert die Index-Zertifikate um eine Zinskomponente. Durch den zusätzlich ausgeschütteten Kupon erzielt das Zertifikat bei Laufzeitende in jedem Fall eine bessere Wertentwicklung als der Basiswert. Zugleich generiert der Anleger durch die vierteljährlich erfolgenden Kuponzahlungen wiederkehrende Einkünfte. Bis der Kupon ausgeschüttet wird, werden die aufgelaufenen Zinsen im Wert des Zertifikats berücksichtigt, indem man den anteiligen Zins auf den Zertifikatewert aufschlägt. Am Ende des vierteljährlichen Zinsintervalls wird der Kupon ausgeschüttet und der Kuponbetrag vollständig vom Wert des Zertifikats abgezogen. Bei Fälligkeit erhält der Anleger die letzte Kuponzahlung sowie den Auszahlungsbetrag auf Grundlage des Schlussstands des Basiswerts.

Einflussfaktoren auf die Preisbildung

Derzeit hat die RBS Kupon-Zertifikate auf den DAX sowie die Edelmetalle Gold und Silber begeben, die unter normalen Marktbedingungen börsentäglich handelbar sind und dem Anleger eine uneingeschränkte Flexibilität ermöglichen. Die entscheidenden Einflussfaktoren für den Preis der Kupon-Zertifikate sind der Zinsaufschlag der RBS sowie die Wertentwicklung des Basiswerts. Beide Faktoren können während der Laufzeit des Zertifikats schwanken. So wirkt sich ein Anstieg des Zinsniveaus wertmindernd auf das Zertifikat aus, während sich fallende Zinsen wertsteigernd auswirken. Die Entwicklung des Basiswerts wirkt sich eins zu eins auf den Wert des Zertifikats aus, abbzw. zuzüglich des Zinseinflusses. Wie bei Index-Zertifikaten üblich, unterliegen die Produkte keinerlei Beschränkungen hinsichtlich der Partizipation am Basiswert, weder nach oben noch nach unten. Die Zinskomponente gewährt dabei einen gewissen Risikopuffer. Dieser fällt mit jeweils 1,0% bei DAX und Gold sowie 2,50% beim Silber jedoch nicht wirklich hoch aus. Zudem ist das Argument einer Outperformance selbst bei Kursverlusten nur ein schwacher Trost, wenn die Performance insgesamt negativ ist. Daher eignen sich die neuen Produkte in erster Linie für Anleger, die während der knapp dreijährigen Laufzeit der Zertifikate mit steigenden Kursen bei Gold, Silber oder dem DAX rechnen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen IndexZertifikaten ist die Laufzeit der RBS KuponZertifikate begrenzt. Das vom Anleger erwartete Szenario einer positiven Kursentwicklung sollte also in diesem Zeitraum eintreten. Während der Laufzeit unterliegen die Zertifikate dem allgemeinen Marktrisiko, das sich z. B. im Fall von externen Schocks in plötzlich auftretenden starken Kursrückgängen manifestieren kann. Da die Produkte keinen Kapitalschutz besitzen, ist theoretisch ein Kursrückgang bis hin zum Totalverlust möglich, wenn auch praktisch unwahrscheinlich. Darüber hinaus bestehen die typischen Investmentrisiken eines Aktienoder Rohstoffinvestments. So sollte in Zusammenhang mit dem DAX berücksichtigt werden, dass die deutsche Wirtschaft stark exportlastig und damit abhängig vom weiteren Wachstum der Weltwirtschaft ist. So sollte beispielsweise für die weitere Entwicklung der Automobilkonzerne BMW, Daimler und Volkswagen in erster Linie auf die – bisher ungebrochen hohe – Nachfrage aus China geachtet werden.

Für die Preisentwicklung bei Rohstoffen ist ebenfalls Angebotsund Nachfragesituation entscheidend. Gold erfreut sich weiterhin größter Beliebtheit bei den Investoren, der Schmuckindustrie und der Notenbanken. Insbesondere die Notenbanken der asiatischen Länder stocken ihre Goldreserven kontinuierlich auf, nicht zuletzt, um sich gegen den Wertverlust des US-Dollars abzusichern. Die anhaltend hohe Nachfrage in Kombination mit einer ausgelasteten Förderund Produktionskapazität bei den Minenunternehmen hat in den letzten Jahren zu einer stetig steigenden Wertentwicklung beim Gold geführt. Im Gegensatz zum Gold wird Silber in erster Linie von der Industrie benötigt und ist daher deutlich konjunktursensitiver. Zudem unterliegt der Silberpreis höheren Schwankungen. So führte die anziehende Nachfrage durch Investoren und Spekulanten im Frühjahr 2011 zu einer Preisblase, der erst durch erhöhte Margin-Anforderungen die Luft abgelassen wurde. Dem Umstand der erhöhten Volatilität trägt die RBS Rechnung, indem der Zinskupon beim Silber-Zertifikat 2,5% p.a. beträgt. Damit ist der Risikopuffer etwas höher.

Da für die Kupon-Zertifikate keinerlei Managementoder Verwaltungsgebühren anfallen, bilden sie eine attraktive Alternative zu reinen Index-Zertifikaten oder ETFs, wobei letztere den Vorteil bieten, dass sie kein Emittentenrisiko aufweisen. Dieses tragen Anleger beim Kauf der Kupon-Zertifikate, die rechtlich Inhaberschuldverschreibungen der RBS darstellen. Einziger Kostenpunkt für Käufer der Kupon-Zertifikate ist der Spread, der je nach Basiswert zwischen 0,75% und 1,50% liegt. Zudem sollten Anleger berücksichtigen, dass für die Basiswerte Gold und Silber keine Währungsabsicherung erfolgt. Da sowohl Gold als auch Silber in US-Dollar notieren, das Zertifikat aber in Euro gepreist wird, besteht somit ein Währungsrisiko. Aufgrund der tendenziell negativen Korrelation zwischen Gold und dem US-Dollar ist dieses Risiko in den letzten drei Jahren allerdings nicht zum Tragen gekommen. Vielmehr haben Gold und Silber auf Euro-Basis in diesem Zeitraum um 85,68% bzw. 145,04% an Wert gewonnen, während es auf US-Dollar-Basis „nur“ zu einer Wertsteigerung von 69,15% bzw. 122,85% kam. Das Währungsrisiko kann je nach Entwicklung des Währungspaares EUR/USD also auch eine zusätzliche Chance darstellen.

Fazit:

Bei den neuen Kupon-Zertifikaten der RBS handelt es sich um kostengünstige und transparente Finanzinstrumente, mit denen Anleger eins zu eins an der Wertentwicklung des zugrunde liegenden Basiswerts partizipieren. Dank einer zusätzlichen Zinskomponente können Anleger mit diesen Produkten eine Outperformance des Basiswerts erreichen. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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