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Veröffentlicht von Weimer Media Group GmbH am 21.04.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 21.04.2011:

Börsenbrief zertifikate kompakt
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Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

Bankaktienzertifikate – Enorme Renditechancen für Spekulanten

Eine Krise jagt die nächste. Kaum haben die Großbanken der Industriestaaten die Immobilienbaisse halbwegs verdaut, schlägt ihnen die Staatsschuldenkrise auf den Magen. Eine Umschuldung Griechenlands würde einige europäische Institute schwer treffen, zumal die Rettung Portugals noch nicht in trockenenTüchern ist. Den US-Banken drohen weitere Abschreibungen auf faule Kredite. In diesem Umfeld eignen sich Zertifikate auf Bankaktien nur für risikobereite Anleger. Aber der Mut könnte sich lohnen: Zweistellige Renditen sind erzielbar.

 

Ratingagenturen sorgen selten für Wirbel. Meist überraschen die Einstufungen etablierter Emittenten am Kapitalmarkt kaum jemanden. Doch am 18. April war das anders: Standard & Poor’s benotete die langfristigen Schulden des weltgrößten Schuldners USA zwar weiterhin mit dem Prädikat AAA, senkte aber den langfristigen Ausblick auf negativ. Prompt sackten die Börsen ab, vor allem Bankaktien brachen ein. Die Kurse der USStaatsanleihen fielen zunächst deutlich, während der Bund-Future an Wert gewann. Andere Euro-Bonds waren weit weniger gefragt: Insbesondere Papiere mit mieser Bonität wurden verkauft. So kletterte beispielsweise die Verzinsung griechischer Renten mit einer Restlaufzeit von wenigen Jahren auf mehr als 20% per annum. Gerüchte um eine baldige Umstrukturierung der Kredite machten am Kapitalmarkt die Runde, die zu einem massiven Abbau des griechischen Schuldenbergs führen könnte.

Gerüchte über Umschuldung Griechenlands
Die Tageszeitung Eleftherotypia hatte berichtet, dass im Juni entsprechende Gespräche zwischen der griechischen Regierung sowie

Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds beginnen sollten. Das Finanzministerium des Mittelmeerstaates dementierte zwar umgehend. Aber das Land steht derzeit mit 340 Mrd. Euro in der Kreide – Tendenz steigend. Selbst wenn Griechenland im Rahmen einer Restrukturierung die Schulden um drei Fünftel verringern würde, läge die Schuldenquote noch immer bei der Obergrenze des Maastricht-Vertrags von 60% des Bruttoinlandsprodukts. Dazu müssten sich aber alle Gläubiger am Schuldenerlass beteiligen, mit bitteren Konsequenzen für viele Geldhäuser. Nicht alle Institute würden Abschreibungen auf Forderungen verkraften: Laut Geschäftsbericht stehen bei der Commerzbank 3 Mrd. Euro im Feuer, bei der Deutschen Bank sogar nur 1,6 Mrd. Euro. Insgesamt hat Griechenland den Banken der Eurozone – darunter viele Landesund Immobilienbanken aus Deutschland – mehr als 90 Mrd. Euro geliehen. Ein Dominoeffekt mit schweren Verwerfungen im Finanzsystem wie nach dem Lehman Brothers-Zusammenbruch im Herbst 2008 wäre bei einer Umschuldung nicht auszuschließen.

Aber pleite ist ja nicht nur Griechenland. Irland wurde bereits mit 85 Mrd. Euro vor dem Bankrott bewahrt. Portugal will sich ebenfalls unter den EU-Rettungsschirm flüchten. Aber der Widerstand gegen die gigantischen Hilfspakete nimmt zu. In Finnland erhielt bei der letzten Wahl eine eurokritische Partei großen Zulauf. Bei einem Scheitern der Rettungsmaßnahmen stünde die Eurozone vor einer Zerreißprobe, schließlich waren schon die bisherigen Maßnahmen in den betroffenen Ländern politisch kaum durchzusetzen. Kein Wunder, dass der Euro zuletzt gegenüber dem US-Dollar verlor. Dabei leidet Amerika noch mehr unter der Finanzkrise als Euroland. Trotz

riesiger Konjunkturpakete, die Etatdefizite und Staatsverschuldung in unvorstellbare Dimensionen katapultierten, erholen sich Immobilienund Arbeitsmarkt – die Grundpfeiler der US-Wirtschaft – nur langsam. Die Abschreibungen auf faule Kredite verharren deshalb auf einem relativ hohen Niveau. Im ersten Quartal waren es zum Beispiel bei der Citigroup 6,3 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn fiel gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30% auf 3 Mrd. oder 0,10 US-Dollar je Anteilschein. Trotzdem legte der Aktienkurs zu, denn die Analysten hatten mit einem noch schlechteren Ergebnis gerechnet.

US-Banken mit guten Quartalszahlen
Relativ gut durch die Krise kam Goldman Sachs. Die Investmentbank hatte schnell erkannt, dass die Preise am US-Immobilienmarkt fallen würden und sich frühzeitig von betroffenen Wertpapieren getrennt. Zeitweilig verdiente das Institut sogar glänzend an den Verlusten anderer Investoren, während viele Konkurrenten nur dank Staatsgarantien und massiver Kapitalmaßnahmen überlebten. Im vergangenen Jahr profitierte Goldman Sachs vom boomenden Übernahmegeschäft. Die Bank betreute Mergers & Akquisitions Transaktionen im Volumen von 555 Mrd. US-Dollar. Trotzdem fiel der Gewinn 2010 wegen des schwächeren Anleihegeschäfts um 37% auf 7,7 Mrd. US-Dollar. Für das laufende Jahr rechnen die Analysten wieder mit einem Überschuss im zweistelligen Bereich. Im ersten Quartal waren es aufgrund eines Sondereffekts allerdings nur 0,9

Mrd. US-Dollar. Zur Vorsicht mahnt auch die Charttechnik. Nach dem Kursrückgang auf weniger als 160 US-Dollar droht ein Fall Richtung 130 US-Dollar. Ein noch größerer Einbruch ist aber wegen der niedrigen Bewertung wenig wahrscheinlich. In diesem Umfeld kommt ein währungsgesichertes Capped-Bonus-Zertifikat der Commerzbank als Investment in Frage. Berührt der Kurs während der Laufzeit nie die Barriere von 110 US-Dollar, erhält der Anleger am Laufzeitende den Bonusbetrag von 182 Euro. Bei einem aktuellen Kurs von 161,41 Euro errechnet sich eine jährliche Verzinsung von 10,8%. Für ein Capped-Bonus-Papier auf die Citigroup errechnet sich eine annualisierte Rendite von 11,3%.

Ähnlich viel zu holen ist mit Discountzertifikaten auf die Deutsche Bank und die Aareal Bank. Letztere litt enorm unter der kürzlich gestarteten Kapitalerhöhung, während die Deutsche Bank am gescheiterten Verkauf der BHF-Bank zu knabbern hatte. Außerdem ist die Abhängigkeit von erfolgreichen Geschäften am Kapitalmarkt unverändert groß. Die Börse wird aber nicht immer so blendend laufen wie seit Frühjahr 2009. Daher sind auch Aktienanleihen eine Überlegung wert, deren Vorzüge sich insbesondere in einem Seitwärtstrend zeigen. Bei heftigen Kursrückgängen sind aber satte Verluste einzukalkulieren. Schließlich bestehen Aktienanleihen wirtschaftlich aus einer Bankobligation und dem Verkauf eines Puts auf den Basiswert. Das höhere Risiko wird mit ansehnlichen Ertragschancen belohnt. Für eine Commerzbank-Aktienanleihe mit einem Basispreis von 4 Euro errechnet sich bei 9 Monaten Laufzeit eine jährliche Rendite von 14,5%.

Fazit:

Zweistellige Renditen sind für Zertifikate auf Bankaktien die Regel, nicht die Ausnahme. Doch die teils herben Kursverluste der vergangenen Wochen weisen auf das weit überdurchschnittliche Investmentrisiko in dieser Branche hin. Zudem droht schon Mitte Mai weiteres Ungemach. Erhöht der amerikanische Kongress das Schuldenlimit von derzeit 14,3 Bio. US-Dollar nicht, sind die USA in wenigen Monaten zahlungsunfähig.

 

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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