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Veröffentlicht von Redaktion "CFDs kompakt" am 17.03.2009

Apple - Mut zur Lücke

Apple - Mut zur Lücke

Seit Apple von seinem Höhenflug bei 200 US-Dollar im letzten Jahr um mehr als 50% korrigiert hat, sind auffällig wenige Berichte über den ehemaligen Liebling der NASDAQ-Trader zu finden, um den sich selbst Buy-and-Hold- Investoren rissen. Doch die Aktie des Computerherstellers zeichnet sich nach wie vor durch Volatilität und Liquidität aus. Deswegen wird sie auch von vielen CFD-Brokern als Aktien-CFD angeboten.

Über Trading-Strategien für Apple ließen sich viele Seiten füllen, doch darum geht es heute nicht. Es sei nur so viel gesagt: Wenn Apple eine starke Bewegung in eine Richtung macht, dann folgt in der Regel kurz darauf eine Gegenbewegung, manchmal schon am selben Tag. Kaufund Verkaufspaniken wechseln sich bei dieser Aktie häufig ab. Wenn dazu das allgemeine Marktumfeld von Europa aus dann noch in eine bestimmte Richtung läuft, verstärken sich die Bewegungen im Apple-Chart.

Da Apple offiziell in New York erst um 15.30 Uhr eröffnet, ist es kein Problem, die Markttendenz des Tages herauszufinden. Ein Blick auf den DAX genügt. Wenn sich die Aktienmärkte in Europa bis zum Nachmittag in eindeutig positivem oder negativem Territorium bewegen, so eröffnen US-Aktien mit einem Gap. So auch Apple.

Viele werden beim Wort „Gap“ sofort daran denken, dass in der Fachliteratur und auf Messen gern Statistiken verbreitet werden, nach denen 90% aller Gaps noch am selben Tag geschlossen werden. Das stimmt auch – aber nur solange, bis es einmal anders kommt. Dann bezahlt man dafür, dass man der Statistik geglaubt hat. Denn niemand sagt einem, was passiert, bis sich das Gap schließt. Wie groß sind die Ausschläge in die Gegenrichtung? Wie viele Tage soll man warten? Wo soll der Stop-Loss liegen? Ohne Antworten auf diese Fragen ist ein Gap untradebar und die Statistik nur ein Instrument, um Aufmerksamkeit zu erreichen und Eindruck zu machen.

Tatsächlich zeigt der 15-Minuten-Chart das Gegenteil. Die Gaps sind entstanden, weil die Aktie bereits vorbörslich tiefer bzw. höher gehandelt wurde. Und wer würde in diesem Fall schon gegen den Trend traden wollen? Entsprechend geht es munter in dieselbe Richtung weiter. Und hier setzt nun unser Trading-Beispiel an.

Es handelt sich dabei um eine einfache Breakout-Strategie in der ersten Handelsstunde Zunächst warten wir 30 Minuten ab. In dieser Zeit bearbeiten Händler die Kundenaufträge, die bereits vorliegen. Wird nun nach 16 Uhr das bisherige Hoch über- bzw. das bisherige Tief unterschritten, so ist dies der Einstiegspunkt. Da es kaum möglich ist, Apple mit einer Market-Order punktgenau zu kaufen, empfiehlt sich ein Buy- bzw. Sell-Stop. Im ersten Beispiel im Chart ging der Kurs nach unten. Es wird also bei 86,40 US-Dollar eine Stop-Order eingestellt, die Apple verkauft. Eine solche Order ist normalerweise ein Stop-Loss. Haben wir jedoch keine Position, so wird sie automatisch zur Short- Order. Als Ziel dient die nächste halbwegs „runde“ Zahl, in diesem Fall 85 US-Dollar. Das ist keine sehr genaue Zielauswahl. Doch Apple schießt regelmäßig über solche Werte und dreht erst danach. Im vorliegenden Beispiel wäre noch wesentlich mehr drin gewesen. Aber wir wollen nicht undankbar sein – eine der vielleicht wichtigsten Regeln beim Traden!

Im zweiten Beispiel liegt der umgekehrte Fall vor. Apple eröffnet höher und steigt. Um 16 Uhr legen wir einen Buy-Stop auf 86,80 US-Dollar und verwenden als Ziel das auffällige Hoch vom Vortag. Dabei ist interessant, dass sich der Kurs nach Erreichen des Ziels wieder fast bis auf unser Einstiegsniveau zurückzieht. Scheinbar waren wir nicht die einzigen, die dort ihre Verkaufsorders liegen hatten. Danach erholt sich Apple weiter, aber ohne uns. Doch das ist nicht schlimm, denn 1 USDollar ist ein schöner Gewinn, den wir in weniger als einer Stunde erreicht haben.

Zum Schluss noch eine Bemerkung zum Tag, an dem kein Trade stattfand. Hätte man auch hier eine Breakout-Strategie einsetzen können? Die Antwort ist ja, aber nicht zu Handelsbeginn. Der Kurs drehte zwar um 16 Uhr, doch das Tief der ersten Kerze wird erst um ca. 18 Uhr unterschritten. Tatsächlich ist an diesem Tag ein Gap entstanden, welches sofort wieder geschlossen wurde. Damit ist unsere Regel nicht erfüllt, denn es gab scheinbar keinen Grund für den Markt, in Gap-Richtung weiter zu laufen.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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