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Veröffentlicht von Redaktion am 07.12.2011

amazon.com: Es weihnachtet sehr!

amazon.com: Es weihnachtet sehr!

Kennen Sie das auch? Alle Jahre wieder wird man von Weihnachten "irgendwie überrascht". Dann beginnt das vermeintlich stressige Einkaufen der vielen Geschenke. Muss nicht sein. Dafür gibt es seit Jahren immer bessere Alternativen zum Kaufhaus-Gewühl nach Feierabend oder gar am Wochenende. Die Lösung ist Online-Shopping. Einer der besten Anbieter ist schon seit Jahren Programm. amazon.com. Aber nicht nur das Shoppen könnte hier Spaß bereiten. Auch die Aktie im eigenen Depot dürfte langfristig Freude machen.

Wenn es im Internet um Social Commerce-Versand geht, kommt eigentlich kein Internet-User anamazon.com vorbei. Hier bekommt man alles. Von Büchern, E-Books, CDs, DVDs, Blu-Ray Discs über Videotechnik, Elektronik und Foto-Artikel, Software, Computer- und Videospiele bis hin zu Haustierbedarf, Baby- und Baumarktartikeln, Automobilzubehör und Lebensmitteln. Eigenen Angaben zufolge hat amazon als einer der Internet- Marktführer die weltweit größte Auswahl an Büchern, CDs und Videos. Der Konzern ist ein Internet-Riese der ersten Stunde. Im Jahr 1994 gründete Jeff Bezos das Stammhaus, amazon.com. Es ging im Juli 1995 online und ist nach Angaben von GfK an der Spitze der deutschen Webseiten mit den meisten Online-Käufern.

Online-Händler wildert im Apple-Gehege

Doch amazon.com verkauft nicht nur Bücher, sondern wildert neuerdings auch im Gehege von Apple und dessen iPad: durch den Einstieg ins Tablet-Geschäft des Konzerns mit dem neuen Kindle. Zum wichtigen Weihnachtsgeschäft brachte nämlich der Online-Einzelhändler Mitte Oktober einen neuen Kindle-Reader für 99 Euro auf den (europäischen) Markt. Er hat erstmals eine deutsche Menüführung, die bisher typische Tastatur ist verschwunden, und dessen Schwarz-Weiß-Bildschirm basiert wieder auf E-Ink-Technologie. Wichtig für deutsche User: Die Zahl der deutschsprachigen Titel in amazons Kindle Store sei von 25.000 beim Deutschland-Start im Frühjahr auf 40.000 gestiegen, von den aktuellen und stets viel beachteten 100 "Spiegel"-Bestsellern seien 83 für den Kindle verfügbar, hieß es von Seiten des Konzerns.

Auch wenn nun die Diskussionen in diversen Foren schon geführt werden, inwiefern amazon dem iPad von Apple wirklich das Leben schwerer machen könnte – Fakt ist, dass der amazon- Kampfpreis von 199 US-Dollar für das Kindle Fire eine deutliche Ansage an den Apple-Konzern und dessen (Kult-)Tablet ist. Die Erfolge ließen auch nicht lange auf sich warten: Am "Black Friday", dem wichtigsten Einkaufstag in den USA im Jahr, hat amazon nach eigener Aussage gleich vier Mal so viele Kindle verkauft wie zum letztjährigen Black Friday. Besonders das Kindle Fire Tablet dürfte sich hier als besonderes Zugpferd erwiesen haben, wenn man den vielen Gerüchten zu den Verkaufszahlen glauben darf. amazon will in diesem Weihnachtsgeschäft angeblich 6 Millionen Stück des 7 Zoll-Tablets verkaufen – ein Umsatz, der bei der nächsten Veröffentlichung von Quartalszahlen zu sehen sein wird. amazon Deutschland beispielsweise gibt zwar keine aktuellen Umsatzzahlen bekannt, nannte aber jüngst seine Verkaufshitliste. Im Elektronik-Shop sei der neue Kindle eReader der absolute Renner, hieß es.

Gutes Weihnachtsgeschäft

Das Weihnachtsgeschäft 2011 wird also wohl die Kassen klingen lassen. Nur eine Zahl: Nach Angaben des Bundesverbandes des deutschen Versandhandels wird der Umsatz in diesem Jahr im Online-Weihnachtsgeschäft bei 4,2 Milliarden Euro liegen – ein Plus von 7% im Vergleich zum Vorjahr. Im gesamten Online- und Versandhandelsgeschäft werde in dieser Weihnachtssaison ein Umsatz von 6,4 Milliarden Euro erwartet. Doch nicht nur in Deutschland wird das Ergebnis wohl gut aussehen. Auch in den USA.

Wer nun meint, amazon.com könnte nur eine "Saison-Aktie" sein, der irrt. Der weltgrößte Online-Händler wächst rasant. amazon lockt die Kunden mit niedrigen Preisen und immer neuen Warenangeboten. Selbst Filme kann man bei amazon mittlerweile online ausleihen. Ein weiteres Highlight von amazon.com ist sein innovatives Bezahlsystem: Mit dem Payment-System "Bezahlen über amazon" können jetzt 100 Millionen amazon-Kunden weltweit sicher und bequem auf den Websites von Onlinehändlern in ganz Deutschland einkaufen.

Der persönliche ROI

Doch warum nur Käufer bei amazon.com sein? Warum nicht seinen persönlichen Return On Investment (ROI) bei dem Online-Händler wagen? Noch bei der letzten Zahlen-Präsentation hatte der US-Konzern zwar enttäuscht. So hatte sich der Nettogewinn von 231 Mio. US-Dollar bzw. 51 Cents je Aktie im dritten Quartal 2010 auf nun 63 Mio. US-Dollar bzw. 14 Cents je Aktie im dritten Quartal 2011 reduziert. Die Umsatzerlöse konnten aber von 7,29 Mrd. US-Dollar auf nun 10,8 Mrd. US-Dollar gesteigert werden. Analysten hatten im Vorfeld mit einem EPS von 24 Cents bei Umsatzerlösen in Höhe von 10,93 Mrd. US-Dollar gerechnet. Für das laufende vierte Quartal erwartet amazon ein operatives Ergebnis zwischen -200 und +250 Mio. US-Dollar bei Umsätzen zwischen 16,45 und 18,65 Mrd. US-Dollar. Analysten stellen für das laufende Quartal im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 84 Cents und Erlöse in Höhe von 18,10 Mrd. US-Dollar in Aussicht. Doch warum immer nur langweiligen Prognosen Glauben schenken wollen?

Charttechnik mit aussichtsreichen Signalen

Charttechnisch sieht es nämlich durchaus aussichtsreich bei amazon.com aus: Mitte Oktober kletterte die Aktie noch auf ein neues Allzeithoch bei 246,71 US-Dollar. Von hier aus kam es aber zuletzt zu einer kräftigen Korrektur bis auf ein Tief bei 185,71 US-Dollar. Von dort drehte der Kurs wieder gen Norden. Dabei drang die Notierung bis auf ein Hoch bei 199,66 US-Dollar vor. Würde nun der nachhaltige Sprung über die runde 200 US-Dollar-Marke gelingen, könnte man vom Abschluss der Bodenbildung ausgehen, und es würde sich weiteres Aufwärtspotenzial eröffnen. Die nächsten Kursziele wären dann unter anderem die 100-Tage-Linie und das Erholungshoch vom 14. November (222,35 US-Dollar) sowie ein offenes Gap vom 26. Oktober (225,89 US-Dollar) und das markante Top vom 1. August (227,45 US-Dollar). Darüber würde dann sogar schon das Allzeithoch (246,71 US-Dollar) in Reichweite rücken. Unterstützung hat derweil die Aktie bei den aktuellen Kursen im Bereich der 190 US-Dollar-Marke sowie bei 181 US-Dollar in Form des jüngsten Korrekturtiefs.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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