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Veröffentlicht von M.G. Börsen-Service am 21.09.2012

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 21.09.2012:

Börsenbrief Cleverselect Investments
Cleverselect Investments

M.G. Börsen-Service - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit August 2008

Allianz SE – Jahresziele bestätigt

Die Allianz SE bestätigte im Rahmen der Vorlage der Quartalszahlen ihre Jahresziele. Im zweiten Quartal konnte das EBIT um 3% auf 2,36 Mrd. € gesteigert werden. Nach Steuern Zinsen und Abschreibungen blieben 1,32 Mrd. € über. Dies lag über den durchschnittlichen Markterwartungen von 1,19 Mrd. €.

Getragen wurde das EBIT in erster Linie von weiter steigenden Gewinnen in der Lebens-versicherung und Vermögensverwaltung. Belastungen aus Naturkatastrophen lagen mit 174 Mio. € auf Vorjahresniveau. Im Vorjahr belasteten noch Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen die Bilanz. Zudem profitierte das Unternehmen von generell höheren Aktienkursen und damit geringere Wertkorrekturen auf Aktien. Vorstandsvorsitzender Michael Diekmann zeigt sich optimistisch: "Unser operatives Geschäft ist stabil und bleibt auf Kurs", so Diekmann. Er bestätigte das Jahresziel – ein EBIT zwischen 7,7 und 8,70 Mrd. € zu erzielen.
Von dem in Aussicht gestellten EBIT von 7,70 bis 8,70 Mrd. €, konnte das Unternehmen in den ersten 6 Monaten schon 4,70 Mrd. € erzielen.

An der Börse wird die Allianz SE aktuell mit 43,15 Mrd. € bewertet. Da schon über die Hälfte des Jahresziel erreicht werden konnte, ist mit einem EBIT von knapp 9 Mrd. € zu rechnen. Nach Steuern , Zinsen und Abschreibungen sollten zwischen 5 und 5,50 Mrd. € hängen bleiben. Daraus resultiert ein KGV zwischen 7,80 und 8,63, was einer fairen Bewertung entspricht. Von der Abenteuerlichen Geldpolitik der EZB wird das Unternehmen profitieren.
Die Aktie notiert nur noch rund 15% unter den Jahreshoch aus dem Jahr 2011, siehe Chart.
Am zweiten Chart können Sie jedoch sehen, dass die Aktie noch genug Potenzial hat.
Ein Börsenwert von 60 Mrd. € oder ein Aktienkurs von 131,60 € entspricht einer fairen Bewertung. Die Aktie hat also noch rund 40% Aufholpotenzial.

BIJOU BRIGITTE AG – Insider Transaktionen häufen sich

Die wenigsten von Ihnen werde die BB-Aktie noch auf ihrer Watchlist haben.

Allgemeines zum Unternehmen:

Das Unternehmen bezeichnet sich als der im deutschen Markt führende Anbieter von Modeschmuck und modischen Accessoires mit internationalen Filialnetz. Das Sortiment umfasst ca. 9.000 Artikel. Das Angebot reicht von Mode- und Silberschmuck oder Kinderschmuck, Herrenaccessoires bis hin zu Randsortimenten wie Tüchern, Uhren, Sonnenbrillen, Porzellanpuppen. Komplettiert wird das Sortiment durch Edelsteine und die exklusive Designer-Produktlinie "Senso di Donna".
Nachdem sich die Aktie fast verzwanzigfachte und ein Allzeithoch bei 250 € generierte, ging es in den letzten Jahren massiv abwärts. Die Aktie ist – nach erheblichen Insidertransaktionen - an ihrem 8-Jahrestief im Bereich der 50 Euro-Marke abgeprallt.
Seit dem 27.07.12 kauften beide Vorstände Aktien im Wert von 257.500 €. Zuletzt (04.09.12) kaufte Vorstand R. Werner 1000 Stück zu 51,00 €.
Innerhalb der letzten sechs Jahre waren Umsatz und Gewinn rückläufig. Auch im ersten Halbjahr 2012 sank der Umsatz um 6% auf 163 Mio. €. Im Gesamtjahr 2011 lag der Umsatz noch bei 374,65 Mio. € Das EBIT (Gewinn vor Steuern Zinsen u. Abschreibungen) brach um 28% auf 20 Mio. € ein. Auf Jahressicht soll das EBIT zwischen 40 und 55 Mio. € liegen.

Die Bilanz macht mit einer Eigenkapitalquote von 87% und liquiden Mittel i.H.v. 164 Mio. € einen sehr soliden Eindruck.
Knapp die Hälfte des Umsatzes erzielt das Unternehmen in Deutschland. Mehr als ein Drittel entfallen auf die hochverschuldeten Ländern, Spanien, Portugal und Italien.
Das ist sehr großer Risikofaktor. In Spanien, Portugal und Italien ist in den nächsten Jahren rigides Sparen angesagt, um die hohe Staatsverschuldung zu reduzieren.
Deutschland muss den Rest der EU mitfinanzieren. Steuerhöhungen sowie eine Erhöhung des Rentenalters werden immer wahrscheinlicher. Auch in Deutschland, wo das Wirtschafts-wachstum im nächsten Jahr nur noch bei 0,70% liegen soll, wird aller Wahrscheinlichkeit der Sparzwang in den Vordergrund rücken.
Das Unternehmen wird aktuell mit 452 Mio. € an der Börse bewertet. Das EBIT soll zwischen 40 und 55 Mio. € liegen. Bei einem EBIT zwischen 40 und 55 Mio. €, werden ca. 25 bis 35 Mio. € nach Steuern über bleiben. Daraus resultiert ein KGV zwischen 12,91 und 18,08.
Ein KGV zwischen 12,91 und 18,08 ist für derartiges Unternehmen mit ordentlichem Wachstumspotenzial nicht zu teuer.
Allerdings ist die Abhängigkeit vom schuldengeplagten Südeuropa recht groß. Zudem sind hier die Umsätze mit durchschnittlich 3.000 Stück oder knapp 200.000 € am Tag zu dünn, um zuverlässig mit einem SL zu arbeiten.
Wer hier einsteigen will setzt sich das SL „gedanklich“ knapp unter die 50 Euro-Marke. Ein SL im System zu setzen ist hier nicht empfehlenswert, da die Umsätze zu dünn sind und somit das Manipulationspotenzial zu groß ist.
Fällt die Aktie wieder etwas zurück, sodass die Absicherung etwas günstiger ist, diskutieren wir eine Depotaufnahme.

LDK-Solar Company Ltd. - erneuter Quartalsverlust

Nachdem rund 80 % der deutschen Solar-Unternehmen von der chinesischen Konkurrenz mit Kampfpreisen in die Insolvenz getrieben wurden und somit ein Engagement in ein deutsches Solarunternehmen keinen Sinn mehr macht, werfen wir heute einen Blick auf das viel diskutierte chinesisches Solar-Unternehmen LDK-Solar Company Ltd.
Selbst in China, wo der Staat massiv die Solarindustrie mit Subventionen unterstützt, wird der Wettbewerb zunehmend stärker.
Im zweiten Quartal konnte der Umsatz zwar um 17% auf 235 Mio. € gesteigert werden, aber mit einer negativen Umsatzrendite von 73%! Dies bedeutet einen Verlust von 171,55 Mio. €.

Dies ist das dritte Quartal in Folge, in welchem Verluste im dreistelligen Millionenbereich anfallen.
“Im zweiten Quartal 2012 entsprachen unsere Umsätze den Erwartungen, da die Wafer-Verkäufe gestiegen sind”, so Xiaofeng Peng Vorstand von LDK Solar. “Der Wettbewerb in der gesamten Industrie und die gehemmte Nachfrage führten zu weiteren Preissenkungen entlang der solaren Wertschöpfungskette und beeinträchtigten somit unsere Umsatzrendite und Wirtschaftlichkeit, so Peng”.
“Unser Ausblick auf das dritte Quartal bleibt verhalten, da wir schon bald weitere Herausforderungen für die Industrie erwarten. Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, unsere Kosten und Betriebsausgaben in den Griff zu bekommen, indem wir die Produktion umgestalten, die Produktionskosten senken und die Auslastung verbessern. So Peng”
Dass die Erwartungen im zweiten Quartal erfüllt wurden ist Blödsinn. Es macht betriebswirtschaftlich keinen Sinn Umsätze zu steigern, wenn dauerhaft die Umsatzrendite negativ bleibt. Steigert das Unternehmen beispielsweise seine Umsätze auf 1.000 Mio. €, dann fallen bei 1.000 Mio. € Umsatz 730 Mio. € Verlust an, was auf Dauer nicht funktionieren kann.
Für das Gesamtjahr 2012 erwartet LDK-Solar einen Umsatz zwischen 1,1 und 1,5 Mrd. $ (838 bis 1,14 Mrd. €), Polysilizium-Verkäufe zwischen 1.100 und 1.400 Tonnen, Waferverkäufe zwischen 900 MW und 1,2 GW sowie Zell- und Modulverkäufe zwischen 550 MW und 750 MW.

An der Börse wird das Unternehmen nur noch mit 121 Mio. € bewertet. Ein Gewinn ist für 2012 völlig ausgeschlossen- vielmehr ist mit einem Verlust von mindestens 500 Mio. € zu rechnen. Die Aktie ist von ihrem Hoch (über 50 €) inzwischen unter einem Euro gefallen.
Hier kann man nur darauf setzen, dass die chinesische Regierung der LDK-Solar unter die Arme greift. Aus eigener Kraft wieder in die Gewinnzone zu kommen, ist bei der aktuellen Wettbewerbssituation nur sehr schwer.
Die Aktie ist nur etwas für Zocker – und bietet in Relation zu Bijou Brigitte – Aktie ein deutlich schlechteres Chancen-Risiko-Verhältnis. Für uns nicht interessant.

EON AG –Neuaufnahme

Nachdem wir Ihnen die EON-Aktie bereits vor zwei Wochen vorstellten und der Ausbruch aus der Seitwärtsrange zwischen 14 und 18,70 € gelang, bauten wir diese Woche eine kleine Longposition auf.

Nachdem der Ausbruch gelang, liegt der nächste relevante Widerstand im Bereich der 30 Euro-Marke, siehe zweiter Chart.
Hier sollte mittel- bis langfristig nichts anbrennen. Im Extremfall fällt die Aktie kurzfristig zurück in die Seitwärtsrange. Mittel- bis langfristig sollte sich die Aktie wieder deutlich über 30 € notieren.
Mit dieser Aktie wird man nicht reich, aber das Rückfallpotenzial ist überschaubar und das Unternehmen zahlt eine ordentliche Dividende. Wir werden die Aktie als konservative Depotkomponente weiter halten.
Die Halbjahreszahlen 2012 konnten sich sehen lassen:
Der Umsatz kletterte im ersten Halbjahr um 23% auf 65,40 Mrd. €.
In den ersten sechs Monaten konnte EON den Gewinn um 230% auf 3,20 Mrd. € steigern. Das EBIT legte um 55% auf 6,70 Mrd. € zu.
Dieser enorme Gewinnsprung ist auf folgende Gründe zurückzuführen: Eon konnte nach schwierigen Verhandlungen mit Gazprom einen Preisnachlass durchsetzen. Alleine durch diese Einigung konnte EON 1,20 Mrd. € einsparen.

Als weitere Grund ist die Sonderbelastung wegen des Atomausstiegs i.H.v. 1,50 Mrd. € zu nennen. Sie erinnern sich: Eon musste 2011 die Atomkraftwerke Unterweser und Isar 1 abschalten, was Abschreibungen von 1,50 Mrd. € verursachte.
Eon-Chef Teyssen will auf Jahressicht ein EBIT zwischen 10,40 und 11 Mrd. € erzielen.
Der Nettogewinn soll zwischen 4,10 und 4,50 Mrd. € liegen.
Eon wird an der Börse mit 39,00 Mrd. € bewertet. Bei einem Nettogewinn zwischen 4,10 und 4,50 Mrd. € errechnet sich ein KGV zwischen 8,66 und 9,51, was einer fairen Bewertung entspricht.
Das Unternehmen steht fundamental wieder gut da –nach dem Ausbruch sieht es jetzt auch noch technisch sehr gut aus.
Eine Dividende von aktuell über 6% ist auch ein netter Beigeschmack.
Hält die gute Stimmung nächste Woche weiter an, dann legen wir uns diese Aktie ins Depot. Ein Absicherung per SL macht nur unterhalb von 16 € Sinn, siehe erster Chart.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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