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Veröffentlicht von M.G. Börsen-Service am 13.07.2012

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 13.07.2012:

Börsenbrief Cleverselect Investments
Cleverselect Investments

M.G. Börsen-Service - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit August 2008

Alcoa INC. eröffnet US-Berichtssaison

Der Aluminiumkonzern Alcoa eröffnete traditionell am Dienstag die US-Berichtssaison. Im zweiten Quartal musste Alcoa einen Verlust von 2 Mio. $ auseisen. Im Vorjahreszeitraum lag der Gewinn noch bei 322 Mio. $. Allerdings ist dieser massive Einbruch in erster Linie auf Sonderbelastungen eines kostspieligen Rechtsstreits zurückzuführen. Rechnet man diese Sonderbelastung heraus, dann beträgt der Quartalsgewinn 61 Mio. $.

Der Umsatz brach um 9% auf 6,00 Mrd. $ ein.
Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld begründete den massiven Rückgang mit fallenden Aluminium-preisen und einer generell schwächelnden Konjunktur. Dennoch hält Kleinfeld an seiner Prognose fest – die Aluminimumnachfrage wird 2012 um 7% steigen.
Laut Kleinfeld wird es die Luftfahrt und Automobilindustrie richten – In der Luftfahrtbranche erwartet Kleinfeld Zuwächse von bis zu 14%, in der Automobilindustrie von 8%.
Von der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough erwartet Kleinfeld einige Großaufträge.

Das Unternehmen wird aktuell mit 9,10 Mrd. $ an der Börse bewertet. Nachdem im ersten Quartal der Gewinn bei 94 Mio. $ lag und im zweiten Quartal ein Verlust von 2 Mio. $ anfiel, ist mit einem Jahresgewinn von maximal 500 Mio. $ zu rechnen. Daraus resultiert ein KGV 18,20. Ein KGV von mindesten 18 ist für ein Unternehmen in derartiger Größe nicht mehr günstig. Zudem hat die Unterstützungszone zwischen 8,50 und 8,80 € nicht gehalten, siehe Chart. Für uns nicht interessant.

SAP AG –Rekordumsatz

Der Softwarekonzern zog die Publikation seiner Quartalszahlen vor und meldete am Donnerstag einen Rekordumsatz im zweiten Quartal.
Die Umsätze aus dem wichtigen Lizenzgeschäft kletterten um 26% auf die Bestmarke von 1,06 Mrd. € . Der Gesamtumsatz konnte von 3,30 Mrd. € um 18,18% auf 3,90 Mrd. € gesteigert werden. Dies entspricht dem besten Quartal der Unternehmensgeschichte.

Allerdings konnte der Gewinn nur um 7% auf 0,92 Mrd. € gesteigert werden. Dies lag in erster Linie daran, dass SAP im zweiten Quartal weitere 1.550 Mitarbeiter einstellte, um den Vertrieb und die Entwicklung voranzutreiben – dadurch entstanden zusätzliche Kosten, die den Gewinn schmälerten.
Die Geschäftsführung, Herr Hagemann Snabe und McDermott, sind stolz auf das Ergebnis.

"Unser Rekordergebnis spricht für sich"

Das Kerngeschäft mit Software zur Unternehmenssteuerung sei "solide", die neuen Software-Programme für mobile Geschäftsanwendungen, Cloud-Computing und zur Daten-Analyse profitierten von einer "außergewöhnlich guten Nachfrage". Insbesondere Finanzdienstleistern und Handelsunternehmen hätten SAP-Software gekauft. "Wir haben zweistelliges Wachstum in allen Regionen erreicht", so Snabe. Trotz eines "unsicheren gesamtwirtschaftlichen Umfelds" sei SAP am oberen Ende „unserer“ Umsatzprognose für das zweite Quartal gelandet.
Das ist auch richtig. Mit der Präsentation der Quartalszahlen im April stellte SAP ein Umsatzwachstum zwischen 15 und 20% in Aussicht. Mit einem Anstieg von über 18% wurde diese Prognose erfüllt.

Da das Gewinnwachstum nicht mit dem Umsatzwachstum mithalten konnte, sank die operative Marge um 2,40 auf 23,60%. Bis 2015 soll die operative Marge auf 35% steigen.
Der Jahresgewinn wird aller Wahrscheinlichkeit zwischen 3,50 und 3,80 Mrd. € liegen. An der Börse wird SAP im Moment mit 57 Mrd. € bewertet. Daraus resultiert ein KGV zwischen 15 und 16,28. Das KGV ist in Relation zu anderen Daxwerten relativ hoch. Allerdings steht dem KGV solide Aussichten gegenüber. Im Vergleich zum amerikanischen Konkurrenten Oracle ist SAP klar vorzuziehen.

Micron Technology INC. – Übernahme in Gefahr?

Der US-Chipkonzern wurde mit der Übernahme des insolventen japanischen Rivalen Elpida zweitgrößter Hersteller von Speicherchips. Die Amerikaner zahlen 60 Mrd. Yen oder rund 600 Mio. € . Micron erhält 100% der Elpida-Aktien und muss zusätzlich bis 2019 in Raten 1,40 Mrd. € an die Gläubiger von Elpida als Forderungsausgleich bezahlen.
Die Übernahme lässt sich Micron insgesamt 2 Mrd. € kosten. Durch die Vereinbarung einer Ratenzahlung bleibt die Liquidität von Micron erhalten

Mit dem der Übernahme will Micron seinen globalen Marktanteil für DRAM-Chips (Dynamic Random Access Memory) ausbauen. Zudem wird Micron Zugung zu Elpidas Technologien bei Chips für Smartphones und Tablet-Computer erhalten.
Allerdings formierte sich inzwischen Widerstand gegen die Übernahme. Die Gläubiger von Elpida wollen mehr Geld und kritisieren den ausgedehnten Zeitraum der Zahlungen.
Die Gläubiger wollen nun in den nächsten Wochen einen alternativen Plan zur Sanierung von Elpida vorlegen.

Würde die Übernahme scheitern, dann wäre dies ein großer Rückschlag für Micron. Im jüngsten Quartal konnte Micron den Umsatz nur minimal von 2,14 auf 2,17 Mrd. $ steigern. Es entstand wegen Sonderfaktoren ein Verlust von 32 Mio. $, nach 75 Mio. $ im Vorjahr.
Die Aktie ist sehr volatil und wird an den deutschen Börsen kaum gehandelt. Hier kann man nur über die Nasdaq handeln – somit besteht also auch noch ein Wechselkursrisiko. Zudem steht die Übernahme auf wackligen Beinen. Im Moment noch zu spekulativ.

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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