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Veröffentlicht von Performaxx-Anlegermedien GmbH am 19.04.2010

Aixtron: Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht

Aixtron: Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht

Das Urgestein des ehemaligen Neuen Marktes weiß zu überzeugen. Nicht nur im vergangenen Jahr war der Halbleiterkomponentenhersteller einer der besten Titel im TecDax-30, auch dieses Jahr ist er es schon wieder. Zwischen dem 52-Wochen-Tief und -Hoch liegt nicht weniger als eine Versiebenfachung! Auch zu Recht? In unserem Update vom 1. August letzten Jahres waren wir ein wenig skeptisch – und wurden von der weiteren Kursverdopplung überrascht. Wir schauen nach, wie weit der neue Optimismus trägt.

Lichtjahre vor der Konkurrenz Das Herzogenrather Unternehmen entwickelt Prozesse bis hin zur Produktion kompletter Anlagen zur Herstellung so genannter Verbindungshalbleiter und Multikomponenten-Materialien. Dazu zählen Leuchtdioden, Hochleistungselektronik für den Mobilfunk sowie Laser und andere Komponenten für breitbandige Glasfasernetzwerke, optische Datenspeicherung und vieles mehr. Neuerdings ist auch die Solarindustrie als Abnehmer von Aixtron-Anlagen aufgetreten – neue Entwicklungs- und Produktionsfelder tun sich regelmäßig auf. So zum Beispiel auch die Weltraumforschung: Nach eigenen Angaben wurde das Mars-Mobil von Solarzellen angetrieben, die auf Aixtron-Produktionsanlagen hergestellt worden sind. Aixtron hat sich im Halbleiterausrüstungsmarkt insbesondere mit den Schlüsseltechnologien MOCVD und CVD im Bereich der Verbindungshalbleiter praktisch unentbehrlich gemacht. Die Weltmarktanteile beziffert das Unternehmen auf 70 bzw. 60 %. Ergebnisverdopplung 2009 Die kürzlich vorgelegten Zahlen für 2009 lagen über den Schätzungen des Marktes als auch über den Unternehmensvorgaben. So erzielte Aixtron Erlöse von 303 Mio. Euro, nach 274 Mio. Euro im Vorjahr. Das EBIT verdoppelte sich fast auf 64 Mio. Euro. Das schaffte auch das Nettoergebnis: Mit fast 45 Mio. Euro lag es ziemlich exakt beim Doppelten von 2008. Eine ziemlich beeindruckende Entwicklung, die sich aus dem Abbau eines immensen Investitionsstaus sowie neuer wegweisender Produktlinien erklärt. …und Umsatzverdopplung 2010 voraus Danach hagelte es Prognoseanhebungen zuhauf. Für 2010 lautet der Konsens nun auf mehr als 1,00 Euro Gewinn je Aktie, 2011 könnten es sogar mindestens 1,20 bis 1,30 Euro sein. UniCredit hat ihre 2011er Prognose gar auf 1,71 Euro je Anteil angehoben, nach zuvor 0,99 Euro. Dies alles vor dem Hintergrund der Erwartung einer Umsatzverdopplung (!) im laufenden Jahr. Markt überrumpelt Damit hat sich der gute Auftragseingang, über den wir vor neun Monaten berichtet hatten, tatsächlich manifestiert und verfestigt, ja sogar noch weiter erhöht. Mit einer möglichen Erlösverdopplung haben wir zu dem Zeitpunkt jedoch in der Tat nicht gerechnet – nicht rechnen können. Die Kursentwicklung zeigt, dass diese Geschäftsentwicklung den gesamten Markt komplett überrumpelt hat. Die Versiebenfachung in den vergangenen zwölf Monaten kam gänzlich ohne Gaps aus – das sagt alles. Fazit Mit einem KGV 2010 von ungefähr 25 wirkt Aixtron nicht mehr günstig. Auf 2011er Basis sinkt die Bewertung auf nur noch 15 bis 18 – und das ist angesichts des enormen Wachstums eher günstig als teuer. Schwer zu beurteilen ist derzeit, inwieweit die zahlreichen Auftragseingänge abgefrühstückt sein werden, sofern erst einmal die Eindeckung mit Aixtron-Anlagen erfolgt ist, die Bestände also erst einmal aufgebaut sind. Diese gewisse Unwägbarkeit sollte mit der aktuellen Bewertung jedoch konform gehen. Aixtron dürfte daher recht zügig auch die Marke von 30 Euro nehmen. Bis zu 33 Euro halten wir im aktuellen Jahr für gerechtfertigt.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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