Leseprobe
Eine exklusive Leseprobe
des Börsenbriefs
›› Rohstoff-Report
Silber wird knapp
In den vergangenen zwei Wochen konnten aufmerksame Anleger eine recht seltene Konstellation an der New Yorker Terminbörse COMEX beobachten. Am 4. Februar fiel der Spread zwischen Silber-Kassamarkt und dem entferntesten Future-Kontrakt (Dezember 2015) auf minus 0,049 US-Dollar. Statt dem üblichen Contango befindet sich der Silbermarkt also aktuell in Backwardation. Droht also eine Verknappung?
Zum Vergleich: 2008 waren es im gesamten Jahr nur 9,8 Millionen Unzen. Die Entwicklung der weltweiten Silber-ETF-Bestände zeichnet in den vergangenen Wochen auf den ersten Blick ein anderes Bild. Seit unserem Bericht vom 27. Januar flossen weitere 2,6 Millionen Unzen aus den von uns verfolgten Silber ETFs; seit Jahresbeginn sind es bereits 18,3 Millionen Unzen oder ein Rückgang um 3,72 Prozent! Dieser Abverkauf wurde hauptsächlich vom größten weltweiten Silber ETF getragen, dem iShares Silver Trust (SLV). Es wäre durchaus denkbar, dass einige gute informierte Großinvestoren und Autorisierte Teilnehmer den SLV benutzt haben, um an große Silberpositionen zu kommen, was wiederum ins Bild einer Silberverknappung passen würde. Aktuell befinden sich jedenfalls noch 14.759 Tonnen (474,2 Millionen Unzen) in den weltweiten Silber ETFs. Düster sieht es auch am Gold-ETF-Markt aus. Zwischen 21. Januar und Februar 2011 gaben die physischen Bestände der weltweiten Gold ETFs um deutliche 2,81 Prozent nach. Egal ob beim SPDR Gold Trust, bei ETF Securities, bei iShares oder der Zürcher Kantonalbank – durch die Bank verzeichneten alle großen Emittenten erhebliche Verluste. Zum aktuellen Stand befinden sich mittlerweile nur noch 2.091 Tonnen (67,3 Millionen Unzen) Gold in den von uns verfolgten Gold ETFs. In den vergangen Tagen hat sich bei den Edelmetallpreisen wieder ein Aufwärtstrend abgezeichnet. Während die jüngste Zinserhöhung der Chinesen Inflationsängste schürt, sorgt der Beginn der Hochzeitssaison in Indien aus fundamentaler Sicht für Unterstützung. Wegen der Krise in Tunesien und Ägypten sehen einige Marktteilnehmer auch eine erhöhte Nachfrage nach risikoarmen Anlageklassen, wie eben Gold. In jedem Fall könnte dieser Aufwärtstrend in den kommenden zwei Wochen positive Signale bei den Investoren setzen. Zuwächse bei den weltweiten Edelmetall-ETF-Beständen wären dann wieder wahrscheinlicher.
Von Redaktion "Rohstoff-Report"
Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.
