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Euro/US-Dollar: Trichet vs. Bernanke
Der Euro gewann gegenüber dem US-Dollar in der vergangenen Woche weiter an Stärke. Seit dem Zwischentief im Januar dieses Jahres wertete die Gemeinschaftswährung inzwischen um mehr als 8% auf. Jüngst besonders für Rückenwind sorgte die Europäische Zentralbank (EZB), die ihre Inflationsrhetorik deutlich verschärfte.
Befürworter argumentieren mit den gestiegenen Inflationsrisiken. Diese werden auch von der EZB gesehen, was sich in ihren von 1,7% auf 2,3% deutlich erhöhten Inflationsprognosen für 2011 niederschlägt. Der Wert würde über der Marke von knapp unter 2% liegen, bei der laut EZB-Definition Preisstabilität gewährleistet ist. Bei den Vorhersagen ist der jüngste Ölpreisschub allerdings noch nicht berücksichtigt, betonte Trichet. Die EZB sendete somit ein starkes verbales Signal. Ob dem Taten folgen, wird sich zeigen, allein die Ankündigung von Zinserhöhungen stärkte den Euro aber bereits. Vielleicht steckt dahinter die Strategie, den Preisdruck von außen, vor allem der Rohstoffseite, zu mildern. Im Gegensatz zur EZB scheint die US-Notenbank indes erpicht, die eigene Währung schwach zu halten. Ihr Chef Ben Bernanke spielte jüngst die Inflationsgefahren erneut herunter und schloss zudem eine weitere Runde von Anleihekäufen nicht aus. Damit setzt sich das ohnehin angekratzte Misstrauen in die US-Währung fort.
Von Redaktion "BÖRSE am Sonntag"
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