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Die Finanzwerte zeigen jetzt relative Stärke pur

Von Redaktion "Aktionärsbrief" am 24.02.2011

In Europa sind Bank- und Versicherungsaktien so stark in das neue Börsenjahr gestartet wie seit 1987 nicht mehr. Banken legten seit Jahresbeginn um 16 % und Versicherungen sogar um 18 % zu. Daraus resultiert auch die Outperformance im Euro Stoxx 50, was hinreichend diskutiert wurde. Die große Frage lautet nun:

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Hält der Run auf Bank- und Versicherungsaktien weiter an? Wir gehen fest davon aus. Finanzwerte notieren noch immer weit unter den Höchstkursen vor der Finanzkrise. Europäische Bankaktien sind im Schnitt 57 % und Versicherungsaktien 62 % weniger wert als zu ihren Bestzeiten. Dagegen fehlen dem DAX nur noch 9 % bis zu einem neuen Allzeithoch. Andere Branchenindizes haben bereits neue Rekordmarken erreicht.
Dementsprechend niedrig sind die Bewertungen der Branche. Ein Großteil dieser Werte notiert immer noch unter ihren Buchwerten. Dazu kommen sehr niedrige Gewinnbewertungen. Die KGV´s des Finanzsektors liegen durchschnittlich um die 7 bis 8. Garniert wird das Ganze mit Dividendenrenditen von 4 bis 5 %. Die Logik dieser Rally ist aber auch im operativen Geschäft nachvollziehbar.
Gelddruckmaschine: Der Zinsanstieg kommt den Finanzwerten entgegen. Die Renditen von Bundesanleihen sind seit September um mehr als einen Prozentpunkt auf 3,18 % gestiegen. Das hört sich harmlos an (das Renditeniveau ist historisch betrachtet noch immer niedrig), entspricht aber einem Renditeanstieg von über 50 %. Für die Versicherungen ist das Balsam. Es erleichtert ihnen ihre Zinsgarantien zu erfüllen. Einerseits können Banken sich weiter über die Europäische Zentralbank günstig Geld beschaffen. Andererseits können sie ihre Margen im Kreditgeschäft deutlich ausweiten, weil die Zinsen am langen Ende deutlich gestiegen sind. Das ist wie eine Gelddruckmaschine, und man kann es in den Kassen förmlich klingeln hören.
Könnten die Probleme der Peripheriestaaten Europas der Banken-Rally einen Strich durch die Rechnung machen? Möglicherweise muss auch Portugal in 2011 EU-Hilfskredite beantragen bzw. unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen. Wie im Fall Irland führt das aber nicht zu neuen Turbulenzen, sondern eher zu einer Beruhigung, zumal die Banken keine direkte Beteiligung an den Hilfsmaßnahmen befürchten müssen. Problematischer sind dagegen die noch nicht endgültig geklärten Fragen der künftigen Regulierung des Sektors. Davon sind besonders die Investmentbanken betroffen, weshalb die Fokussierung auf Banken, die stark im Privatkundengeschäft sind, Vorrang hat.
Fazit: Die Gewichtung des Finanzsektors kann weiter erhöht werden. Die Outperformance sollte sich weiter fortsetzen. Welche Werte davon besonders profitieren, erfahren Sie auf Seite 3.

Von Redaktion "Aktionärsbrief"
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